6 and the city - 36 AutorInnen schreiben über Stuttgart

Zum Projekt

Werbesujet zur ersten StaffelAls wir im November 2006 mit dem Autorenprojekt „6 and the City“ den Stuttgarter Fernsehturm als Theaterspielort eröffneten und auf 144 m Höhe 6 Dramolette über die Schwabenmetropole präsentierten, dachten wir an ein einmaliges kulturelles Special des Theater Rampe, das jeden ersten Sonntag im Monat bis zum Saisonende laufen sollte. Aber bereits kurz nach der Premiere mussten wir Zusatzvorstellungen anbieten, so groß war das Interesse. „6 and the City“ wurde ursprünglich vom Theater Phönix Linz für eine einmalige Projektreihe erfunden und dann von uns für das Theater Rampe in Stuttgart weiterentwickelt. Mittlerweile hat das Autorenprojekt auf dem Stuttgarter Fernsehturm in 6 Jahren 36 Uraufführungen auf die kleine Bühne mit dem beeindruckenden Hintergrund gebracht, im Schokolademuseum hatte das Kölner Pendant mit dem Theater im Bauturm im Mai 2011 seine Eröffnungspremiere und 2012 wird „6 and the City“ auch in Nairobi mit dem Goethe Institut diese Stadt literarisch – künstlerisch zur Hauptfigur machen.

Werbesujet zur zweiten StaffelDie vorliegende Homepage gibt einen Überblick über 6 Jahre „6 and the City“ in Stuttgart und bietet damit nicht nur Bilder und Informationen zu den sechs Staffeln dieses mit über 10.000 Besuchern überaus erfolgreichen Theaterformats, sondern lässt auch die Entwicklung des Fernsehturms nach seiner Renovierung Revue passieren. „Mit seinen 217 Metern ist der Stuttgarter Fernsehturm der Erste der Welt und somit das Urmodell für viele andere Fernsehtürme. Der Pionier gilt als ästhetisches und architektonisches Meisterwerk und ist bis heute in seinem zeitlosen Design unerreicht.“ So heißt es in der Turminformation und sein Architekt Fritz Leonhardt (1909 – 1999) formulierte es so: "Mit diesem Bauwerk ist es wohl gelungen, einmal wieder zu zeigen, dass man technisch Notwendiges gleichzeitig auch schön gestalten kann, so dass es den Menschen zur Freude wird und ihnen auch unmittelbar dient."

Werbesujet zur vierten Staffel2005 wurde der Fernsehturm generalsaniert und im September 2006, im Jahre des 50jährigen Jubiläums, begannen wir mit der behördlichen Erschließung und den Endproben zur Eröffnungspremiere des vom Theater Rampe und den Schauspielbühnen Stuttgart neu gegründeten „Theater über den Wolken.“ Die Theateretage direkt unter dem Turmcafé hatte früher eine Edelgastronomie beherbergt und glich nun, nach der Außensanierung des Turmkorbs, mit seinen rohen Betonpfeilern, der offenen Betondecke und den frei liegenden Rohren eher einem New Yorker Partykeller als einem luftigen Theaterraum. Mit einfachsten Mitteln wurden Podeste für Publikum und Bühne gezimmert, in der ehemaligen Küche eine Garderobe eingerichtet und eine kleine handliche Lichtregie installiert. Ton gab es noch gar nicht, das wäre alles zu aufwendig gewesen. Die Verbindung zwischen Café und Theaterebene war offen, so dass wir immer mal wieder auch Kinder, japanische Reisegruppen und angeheiterte Gäste einer der zahlreichen Firmenevents auf unseren Proben begrüßen durften.

Werbesujet zur dritten StaffelDer Erfolg beim Publikum und das breite Presseecho haben nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass der SWR über eine weitere Nutzung dieser Etage nachdachte und so wurde das Rondell Jahr für Jahr weiter renoviert und strahlt heute in edlem Glanz, dient dem Standesamt als illustrem Ort für Hochzeiten, Agenturen als Präsentationsraum und zahlreichen Bands als Location für ihre CD-Präsentationen. Das Herz aber war immer und wird es auch bleiben: das Theater über den Wolken. „6 and the City“ hat das Theater im Fernsehturm eröffnet und prägend mitbestimmt. Es war dem künstlerischen Ansehen des Bauobjekts ebenso dienlich, wie das Projekt von der Bekanntheit des Turms, seiner Einmaligkeit und seiner Aussicht profitiert hat. Denn selten wird eine Stadt, während man sie als Theaterbesucher betrachten kann, so zur künstlerisch-sinnlichen Hauptfigur, wie in dieser topographischen Theaterreise. Das Kaleidoskop der Eigenarten,  Besonderheiten oder Banalitäten der Lieblingsstadt wird nicht nur durch die verschiedenen Themen und Storys, sondern auch durch die unterschiedlichen Stilistiken und Sichtweisen der Autorinnen und Autoren geprägt.

Pünktlich zur 6. und letzten Staffel ist auch die Renovierung des Gesamtobjekts Fernsehturm abgeschlossen. Am 16. 9. eröffnete der SWR durch den Intendanten Peter Boudgoust die neuen gastronomischen Bereiche. Mit den Betreibern des ehemaligen Szene-Lokals „Bravo Charlie“ Alex Deißler und Leif Urtel wurden neue Mieter gefunden, die dem Turm nicht nur eine schick gestaltete gastronomische Gesamtkonzeption vorlegten, sondern auch durch ihr Engagement und Können eine neue und breit gefächerte Publikumsszene bringen und damit wesentlich dazu beitragen, dass der Fernsehturm endgültig das geworden ist, als was er gedacht war: ein kulturelles Zentrum der Stadt. Mit Turmbar, Theater, Biergarten, Kabarett, Speiselokal, Jazz und Eventkultur. Man kann in diesem Zusammenhang nur hoffen, dass Stuttgart diese Chance wahrnimmt und seinen ständigen inneren Diskurs zwischen Schwabendörfle und Metropole zugunsten letzterem entscheidet. Und dazu gehören kulturelle Zentren wie sie der Turm nun bieten kann.

Werbesujet zur fünften StaffelWarum wir nun, da alles optimal errungen wurde, aufhören, ist leicht zu beantworten: 6 Staffeln à 6 AutorInnen in 6 Jahren ist schlicht und ergreifend eine gute formale Komposition. Jedes Projekt verliert irgendwann an der vorantreibenden Aufbruchsstimmung, an flirrender Neugierde und sinnvoller Vision. Es wäre für alle Mitwirkenden und das gesamte Projekt eine Katastrophe, wenn wir aufhören müssten, weil es nicht mehr so gut läuft, Stoffe, Themen, künstlerische Fantasien und literarisches Niveau nicht mehr optimal entsprechen, dann lieber zu einem Zeitpunkt, an dem wir uns - zugegeben – selber immer wieder fragen, ob wir nicht hätten weitermachen sollen. Der bekannte Spruch, man sollte aufhören, wenn es am Schönsten ist, hat besonders auch in der Kultur seine Berechtigung. Wir künstlerisch Verantwortlichen haben aber weder die Absicht, unser Erfolgslabel einzustampfen, noch dem Fernsehturm den Rücken zu kehren. Vieles kann an- und ausgedacht werden. Wir sind weiterhin fasziniert von diesem Spielort und der Stuttgarter Kulturszene und bereit, Neues auszuprobieren.

Werbesujet zur sechsten StaffelDer Fernsehturm hat uns und unserem Publikum in den letzten Jahren nicht nur wunderbare Theatererlebnisse gebracht, sondern auch imposante Naturereignisse präsentiert: durch Winterstürme mit quer vorbeirasendem Schnee, geschlossenen Regenbogenkreisen, rotgoldenem Wäldermeer, imposanten Sonnenuntergängen, Gewitterwolken die uns eingeschlossen und mit Blitzen überschüttet haben, Vollmondstimmungen, Sternenhimmel, bizarren Wolkenbildern und immer wieder der ständig sich verändernde Blick auf die Grande Dame unseres Ensembles: die Stadt Stuttgart.Das wir das alles erleben durften verdanken wir vielen MitarbeiterInnen und BegleiterInnen, stellvertretend für viele gilt unser Dank: den Autorinnen und Autoren von „6 and the City“, den mitwirkenden KünstlerInnen, dem Geschäftsführer der SWR Media Services GmbH Siegfried Dannwolf, den Theaterleitern Eva Hosemann, Christian Burmeister, Carl Philip von Maldeghem und Manfred Langner, der Produktionsleitung des Theater Rampe Bine Schulz, den Technischen Leitern von Theater Rampe und Schauspielbühnen Stuttgart Doro Hoff, Ingo Jooß und Alexander Roy, der Fotografin Heike Schiller, den Verantwortlichen des Stuttgarter Literaturhauses Florian Höllerer und Erwin Krottenthaler, den Werbegraphikern Tina Halm, Sabine Layh, Friederike van Dülmen und Thorsten Hamm, unseren Projekttechnikern Sebastian Dierer, Thomas Pfisterer und Stephen Herter, den LiftfahrerInnen und technischen BetreuerInnen des Fernsehturms, den Gastronomen und ihrem Team, den Medien.

Vor allem aber danken wir unserem Publikum. Es war eine tolle Zeit mit Ihnen!

Stephan Bruckmeier, Petra Weimer
Künstlerische Leitung

 

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